ÄTHERISCHE ÖLE MISCHEN: EINFACHE DUFT- UND WIRKMISCHUNGEN SELBST HERSTELLEN

Schöne Duftmischungen aus naturreinen ätherischen Ölen zu kreieren ist Kunst und Handwerk zugleich!

Anfangs kann das Herstellen von eigenen Mischungen herausfordernd und fast einschüchternd sein, angesichts der Zahl der verschiedenen ätherischen Öle, die uns zur Auswahl stehen – alle mit einem anderen Duft und jedes mit seiner spezifischen Wirkung auf Körper, Geist und Seele.

Welche Düfte passen zusammen? Und wie schaffe ich es, meiner Mischung eventuell auch eine bestimmte Wirkung zu geben?

Was den Duft angeht, gilt: „Erlaubt ist, was gefällt”!

Denn Duftvorlieben sind etwas sehr Subjektives, Individuelles und Persönliches.

Was der Nase gefällt, tut auch der Seele gut.

ätherische Öle mischen

Bevor du zu Mischen beginnst, solltest du dir aber diese grundsätzlichen Fragen stellen:

Was ist das Ziel meiner Mischung?

Soll es eine einfache Wohlfühl-„Duft”-Mischung sein, bei der vor allem der schöne Duft im Vordergrund steht?

Oder willst du eine „therapeutische“ Mischung mit einer spezifischen Wirkung bei bestimmten Beschwerden herstellen?

Hier gebe ich dir einige Tipps für deine ersten Schritte zu deiner persönlichen Mischung:

  1. Ätherische Öle einzeln anwenden und kennenlernen
  2. „Duft“-Mischungen herstellen
  3. „Therapeutische“ Mischungen herstellen
  4. Vorratsmischungen herstellen
  5. Ätherische Öle richtig und sicher verdünnen
  6. Sicherheit
  7. Qualität ätherischer Öle

1. ÄTHERISCHE ÖLE ANFANGS EINZELN ANWENDEN UND SIE SO KENNENLERNEN


Bevor du dich daran machst, ätherische Öle zu mischen, empfehle ich dir, sie erst einmal einzeln anzuwenden und dich so mit ihrem Duft und ihrer Wirkung vertraut zu machen.

Duftlampe ätherische Öle Ätherische Öle sind chemisch gesehen ja bereits „Vielstoffgemische“ und aus bis zu mehreren hundert verschiedenen Molekülen zusammengesetzt. Diese Inhaltsstoffe werden durch die jeweilige Pflanze als sekundäres Stoffwechselprodukt für ihre (pflanzen-)eigenen „Zwecke” schon perfekt ausgewogen gebildet (synthetisiert).

Diese Inhaltsstoffe stehen in Wechselwirkung zueinander und bilden eine Wirk-Synergie. „Synergie” bedeutet, dass sich die einzelnen Bestandteile ergänzen und sich Wirkungen einzelner Molekülgruppen oft gegenseitig verstärken.

Ätherische Öle sind also quasi schon „Mischungen“. Deshalb haben sie meist auch mehrere Wirkungen gleichzeitig.

Zum Beispiel wirkt echtes Lavendel-Öl (Lavandula angustifolia) entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral, immunstimulierend, wundheilend, schmerzlindernd, krampflösend, ausgleichend, beruhigend, angstlösend und mehr.

Deshalb rate ich “Anfängern”, ätherische Öle erst einmal einzeln anzuwenden und sie so besser kennenzulernen.

Ihren Duft und ihre Wirkung musst du SELBST er-riechen und erfahren! Kein Buch kann dieses „Erleben“ der Düfte ersetzen.

Wende ätherische Öle anfangs also einzeln z. B. in der Duftlampe an. So kannst du dich mit ihrem Duft, ihrer Duftintensität und ihrer Wirkung vertraut machen.

Hier hab ich für dich auch einige Rezepte für pflegende Körperöle (klick!), die nur mit Lavendelöl, Rosenöl bzw. Lemongras beduftet sind.

Ich habe ihnen so schöne Namen wie „Lavender Love“, „Rose forever“ und „Oriental Lemongrass“ gegeben.

Körperöl selber machen

Wenn du einige ätherische Öle dann schon besser kennst, kannst du beginnen, sie zu kombinieren; erst zwei, dann drei und schließlich vielleicht auch vier bis fünf.

2. DUFT-MISCHUNGEN HERSTELLEN


Es gibt in der Parfümerie wohl einige Grundregeln für die Herstellung von Duftkompositionen. Aber neben Wissen und Erfahrung ist Kreativität eine der wichtigsten Zutaten einer gelungenen Mischung.

Monika Werner und Ruth von Braunschweig schreiben in ihrem Buch “Praxis Aromatherapie” so schön:

“Mit den Düften ist es wie mit Klängen: Einzelne Töne machen noch keine Musik, nicht jeder Akkord ist ein Wohlklang, und es bedarf der Kenntnis, Kreativität und Übung, um meisterhaft zu komponieren.”

Welche ätherischen Öle passen gut zusammen? Und in welchem Verhältnis sollen die einzelnen Düfte gemischt werden?

Um die einzelnen “Klänge” für eine Komposition besser beschreiben zu können, gibt es für Düfte verschiedene Einteilungen – wie zum Beispiel die Einteilung in Duftrichtungen oder Duftnoten.

Duftnoten

Eine mögliche Art der Einteilung von ätherischen Ölen ist die nach Duftrichtungen; wie zum Beispiel „blumig“, „aromatisch“, „krautig“ oder „holzig“, usw.

Hier findest du einige Beispiele:

  • Blumig: Rose, Rosengeranie, Jasmin, Ylang Ylang, Neroli, Palmarosa, Lavendel fein
  • Zitrusartig: Zitrone, Grapefruit, Limette, Orange, Bergamotte, Mandarine, Zedrat
  • Krautig, aromatisch: Pfefferminze, Oregano, Thymian, Rosmarin, Muskatellersalbei, Salbei
  • Würzig: Pfeffer schwarz, Ingwer, Kardamom, Koriander, Nelkenknospe, Zimtrinde
  • Medizinisch/frisch: Eukalyptus, Pfefferminze, Kampfer
  • Balsamisch: Weihrauch, Benzoe Siam, Vanille, Tonkabohne
  • Holzig: Zedernholz, Sandelholz, Amyris, Zypresse, Wacholder
  • Nadeldüfte: Fichte, Weißtanne, Kiefer, Wacholder
  • Erdig: Vetiver, Patchouli

Zitrusöle mischen sich zum Beispiel mit fast allen Ölen gut. Zitrusöle in Verbindung mit Nadelölen ergeben eine sehr frische, stimmungsaufhellende, immunstimulierende, konzentrationsfördernde und auch raumluftdesinfizierende Mischung:

Orange – Weißtanne
Zitrone – Wacholder

Kombiniere Zitrusdüfte mit blumigen Düften (Rosengeranie, Rose, Ylang Ylang, Römische Kamille) für eine harmonisierende und stimmungsaufhellende Wirkung:

Bergamotte – Rosengeranie
Grapefruit – Ylang Ylang

Blumige Düfte in Verbindung mit schweren, holzigen Düften wirken harmonisierend und beruhigend:

Rose – Sandelholz
Lavendel fein – Vetiver

Aber oft können gerade ungewöhnliche Kombinationen einen unerwarteten Wohlgeruch ergeben!

Du wirst beim Mischen auch bald merken, dass einige Düfte sehr intensiv sind. Manche dieser intensiv duftenden Öle – wie Rose, Neroli und Jasmin – bekommst du deshalb auch schon vorverdünnt zu kaufen, um das Dosieren zu erleichtern (z. B. Rose 10% in Weingeist; oder Jasmin 5% in Jojobaöl).

Eine weitere Art der Einteilung von Duftstoffen ist die durch Unterscheidung nach der Flüchtigkeit bzw. Anhaftung verschiedener ätherischer Öle. Hier unterscheidet man nach Kopf-, Herz- und Basisnote.

  • Kopfnoten sind frische Duftnoten, die sich schnell verflüchtigen. Diese Düfte nimmt man in einer Mischung als Erstes wahr, sie verfliegen aber auch relativ schnell wieder. Dazu gehören vor allem Zitrusöle, Eukalyptusöle und Nadelöle. Diese werden in Mischungen oft großzügig verwendet, weil der Duft ja relativ schnell wieder verfliegt.
  • Herznoten sind meist blumige, weiche Noten. Diese Duftnoten haften und verweilen länger. Dazu gehören Rose, Rosengeranie, Lavendel, Kamillen, Ylang Ylang, Jasmin, Neroli, Palmarosa.
  • Basisnoten sind schwere Duftnoten und haften und verweilen am längsten. Dazu gehören vor allem ätherische Öle, die aus Hölzern, Harzen und Wurzeln gewonnen werden, wie z. B. Sandelholz, Zedernholz, Weihrauch, Myrrhe, Benzoe Siam und Vetiver. Aber auch Patchouli und Vanille gehören zu den Basisnoten. Düfte der Basisnote werden in Mischungen eher sparsam verwendet, weil sie meist eher intensiv duften.

Eine gelungene Duftkomposition besteht oft aus einer ausgewogenen Mischung von Düften aus Kopf-, Herz- und Basisnoten.

Ätherische Öle - Duftnoten - Übersicht

Kombinationen austesten

Wenn du dich nun für einige Düfte entschieden hast, dann probier – bevor du zu mischen beginnst -, ob die einzelnen Düfte zusammenpassen.

  • Dazu gibst du einen winzigen Tropfen der einzelnen Öle auf einen Riechstreifen oder auf Wattestäbchen.
  • Prüfe die Düfte zuerst einzeln.
  • Probiere dann die einzelnen Düfte in verschiedenen Kombinationen.
  • Bewege die Riechstreifen dabei einige Zentimeter von der Nase entfernt hin und her.

So kannst du austesten, welche deiner ausgewählten Öle gut zusammenpassen.

Wenn dir das jetzt alles etwas zu schwierig oder mühsam erscheint, dann kannst du dich auch von den fertigen Mischungen bei EOCALC (klick!) inspirieren lassen!

Mischungsverhältnis

Kopf-, Herz- und Basisnote sollten in einer Mischung in einem ausgewogenen Verhältnis enthalten sein.

Weil Düfte der Kopfnote am schnellsten wieder verfliegen, können diese auch relativ großzügig eingesetzt werden. Dagegen wird man mit den oft duftintensiven Ölen der Basisnoten eher sparsam umgehen.

Auf englischsprachigen Blogs lese ich auch immer wieder von der “30-50-20“-Regel, die sich bewährt haben soll.

Beispiel:

100% = z. B. 20 Tropfen Gesamtmischung

30% Kopfnote = 6 Tropfen

50% Herznote = 10 Tropfen

20% Basisnote = 4 Tropfen

Für eine Mischung mit einer blumigen Herznote könnte das so aussehen:

Kopfnote: Grapefruit 3, Orange 3

Herznote: Rosengeranie 7, Ylang Ylang 3

Basisnote: Weihrauch 2, Patchouli 2

Diese Mischung würde sich zum Beispiel gut zur 0,5 – 1%igen Beimengung in Hautpflegeprodukte wie Gesichts- oder Körperöle eignen.

Wie du ein Mischungsverhältnis tatsächlich gestaltest, ist aber völlig dir überlassen!

Wenn du z. B. eine frisch-spritzige Mischung herstellen willst, dann erhöhe einfach den Anteil der Kopfnote und reduziere Basis- und/oder Herznote.

z. B. 60% Kopfnote – 30% Herznote – 10% Basisnote

Und klar kannst eine Note auch mal ganz weglassen. Wie ich schon ganz am Anfang geschrieben habe:

Erlaubt ist, was gefällt!

Naja – zumindest was den Duft angeht. Wenn du aber z. B. eine Mischung für die Anwendung auf der Haut, für Kinder oder Schwangere mischst, musst du noch einige Sicherheitsregeln beachten. Nicht jedes Öl ist für jeden geeignet!

Aber mehr dazu in Punkt 6 „Sicherheit“ weiter unten.

Das Mischen

Gib deine ausgewählten ätherischen Öle in folgender Reihenfolge in ein leeres Glasfläschchen:

  1. Beginne beim Mischen mit den Düften der Basisnote. Sie duften oft am intensivsten, und hier solltest du eher sparsam dosieren. Prüfe den Duft.
  2. Füge dann Düfte der Herznote bei. Prüfe wieder den Duft.
  3. Füge schließlich Düfte der Kopfnote hinzu und sieh, ob dir der Duft gefällt.

Wenn dir der Duft dann noch nicht gefällt, z. B. wenn die Basisnote zu stark ist, dann gib noch mehr der Öle der Herz- oder Kopfnote dazu.

ätherische Öle mischen

Mach dir dabei immer wieder Notizen, damit du am Ende noch weißt, wie viele Tropfen du schließlich von welchem Duft verwendet hast!

Es gibt nichts Ärgerlicheres, als wenn du den perfekten Duft kreiert hast, und diesen später nicht wieder reproduzieren kannst.

Nun sollte deine Duftmischung am besten noch eine Nacht ruhen, damit sich die einzelnen Komponenten verbinden können. Der Duft kann sich hier noch etwas verändern.

Bessere dann eventuell noch hier und da nach.

Geeignete Träger (Verdünnungsmittel) für ätherische Öle

Weil reine ätherische Öle pur viel zu konzentriert sind und die Haut reizen könnten, werden sie mit verschiedenen „Trägern“ vermischt und so verdünnt.

Damit sich der Duft möglichst gut entfalten kann, wählt man am besten Träger mit einem minimalen Eigengeruch. Folgende Träger sind besonders gut geeignet:

  • Weingeist/Ethanol (z. B. für Naturparfüms oder Roll Ons)
  • Wodka oder Korn (z. B. für Aromasprays, Raumsprays oder Roll Ons)
  • Duftneutrale Pflanzenöle wie Jojobaöl oder Mandelöl (z. B. für Körperöle, Massageöle)
  • Neutrale Creme-, Lotion- oder Gelbasis für die Körperpflege (z. B. für die Naturkosmetik)

Konzentrationen/Verdünnungen

Je nach Anwendungszweck werden ätherische Öle in verschiedenen Konzentrationen verwendet.

ätherische Öle Konzentration

Dies sind allerdings nur grobe Richtwerte, denn es kommt natürlich auch auf die Art des verwendeten Öls an und auch auf seine Duftintensität!

Mehr über das richtige Verdünnen von ätherischen Ölen erfährst du weiter unten unter Punkt 5 “Ätherische Öle richtig und sicher verdünnen”.

Buchempfehlungen

Über das Mischen von ätherischen Ölen könnte ich noch einiges schreiben, aber andere haben das bereits viel besser gemacht und sind richtige Experten auf diesem Gebiet! :-)

Naturparfüm: Balsam für Körper, Geist und Seele von Josephine Ademi, Joy-Verlag: Dieser Neuzugang in meiner Duft-Bibliothek hat mich von der ersten Seite an begeistert. Die Parfümeurin Josephine Ademi zeigt in diesem schön gestalteten Buch anhand von Beispielen, wie mit ätherischen Ölen individuelle Naturparfüms komponiert werden können.

 

Natur-Parfümführer von Fred Wollner (nur noch gebraucht zu haben): Old but gold! Dieses Büchlein begleitet mich schon seit vielen Jahren. Darin erfahren Anfänger alles, was sie für ihre ersten eigenen Duftkompositionen wissen sollten. Mit etwas Glück bekommst du es noch gebraucht im Antiquariat.

 

3. „THERAPEUTISCHE“ MISCHUNGEN HERSTELLEN


Ätherische Öle duften nicht nur gut, sondern wirken auch positiv auf Körper, Geist und Seele.

Die fachkenntliche und gezielte Anwendung von naturreinen ätherischen Ölen zur Linderung von Krankheiten oder zur Steigerung des Wohlbefindens wird auch als “Aromatherapie” bezeichnet.

In Österreich dürfen sich übrigens nur ÄrztInnen mit einer umfassenden Zusatzausbildung als AromatherapeutIn bezeichnen.

Aber selbstverständlich kann jedefrau und jedermann ätherische Öle für den Hausgebrauch bei kleineren Beschwerden einsetzen.

Wenn du dich erst einmal mit der Wirkung verschiedener ätherischer Öle vertraut gemacht hast, kannst du dir hilfreiche Mischungen bei allerlei Wehwehchen selbst herstellen.

Wie suche ich geeignete Öle aus?

Die Auswahl der ätherischen Öle hängt davon ab, was du erreichen willst.

Willst du eine Mischung zur Entspannung, gegen Erkältungen, gegen Entzündungen oder gegen Schmerzen, etc. herstellen?

Außerdem spielt bei der Wahl auch eine Rolle, für wen du die Mischung machst. So sind zum Beispiel manche ätherischen Öle nicht (oder nur bedingt) für Kinder oder Schwangere geeignet.

Soll die Mischung auf der Haut angewandt werden, oder soll die Mischung über die Nase eingeatmet werden?

Manchmal ist ein einzelnes Öl für eine bestimmte Beschwerde ausreichend, und manchmal macht es auch Sinn, verschiedene Öle zu kombinieren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Hier die verschiedenen und vielfältigen Wirkungen aller ätherischen Öle aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Blogartikels sprengen.

Meine beste Buchempfehlung, um mehr über ätherische Öle und ihre Wirkung zu erfahren, ist das Buch „Praxis Aromatherapie“ von Ruth von Braunschweig und Monika Werner.

Darin findest du auch tolle Diagramme, die die Zusammensetzung und Wirkung vieler ätherischen Öle verdeutlichen.

 

Trotzdem habe ich versucht, in der folgenden Übersicht einige der wichtigsten ätherischen Öle und einige ihrer Wirkungen für dich zusammenzufassen: ätherische öle mischen

Die besten ätherischen Öle gegen Erkältungen mit vielen Rezepten zum Selbermischen findest du hier (klick!).

Grafik_die besten ätherischen Öle bei Erkältungen

Die besten ätherischen Öle gegen Schmerzen mit Rezepten zum Selbermischen findest du hier (klick!). ätherische Öle bei Schmerzen

Versuche bei der Auswahl deiner ätherischen Öle auch “hinter” die Symptome von Beschwerden zu sehen, damit du auch die Ursachen mitbehandeln kannst.

Wenn zum Beispiel jemand starke Schulter- und Nackenverspannungen hat, könnte das von einer schlechten Haltung stammen oder aber von seelischen Anspannungen.

Gegen das “Symptom” der Schulter- und Nackenschmerzen würde ich in beiden Fällen erst einmal durchblutungsfördernde, muskelentspannende und schmerzstillende ätherische Öle wählen.

Ist die Ursache ein ergonomisch schlecht gestalteter Arbeitsplatz – sollte der Arbeitsplatz umgestaltet werden.

Ist die Ursache für die Beschwerden seelische Anspannung, würde ich in die Mischung auch noch entspannende Öle mit dazunehmen und überlegen, welche Maßnahmen sonst noch zur Ent-Spannung beitragen könnten.

Wenn bei “therapeutischen” Mischungen auch die Wirkung der Öle im Vordergrund steht, so dürfen sie natürlich trotzdem gut riechen.

Ein guter Duft kann sich auf die Akzeptanz und damit auch auf den Erfolg der Behandlung auswirken.

Mit etwas Übung kannst du bald Öle auswählen, die sich nicht nur in ihrer Wirkung ergänzen, sondern auch im Duft harmonieren. Siehe dazu Punkt 2 “Duftmischungen herstellen”.

Wie lege ich die richtige ÄÖ-Konzentration fest?

Im Allgemeinen ist ein ÄÖ-Konzentration von 1 – 3% völlig ausreichend, da ätherische Öle selbst schon hochkonzentrierte Substanzen sind.

Bei chronischen Beschwerden verwendet man niedrige Dosierungen von 0,5 – 1,5% über einen längeren Zeitraum von Wochen bis Monaten.

Dagegen werden bei akuten Beschwerden wie Schmerzen und Entzündungen höhere Dosierungen von 2 – 3% über einen kürzeren Zeitraum von einigen Tagen verwendet.

Außerdem sprechen niedrige Dosierungen eher die Psyche an, höhere Konzentrationen wirken besser bei körperlichen Beschwerden.

Bei Kindern und alten Menschen sollte auf deren sensiblere Duftwahrnehmung Rücksicht genommen werden. Weniger ist mehr!

Wie berechne ich die Tropfenanzahl?

Am einfachsten verwendest du eine Verdünnungstabelle:

ätherische öle verdünnen

Diese praktische Verdünnungstabelle bekommst du als Dankeschön für deine Anmeldung zum AROMA 1×1-Newsletter (klick!).

Die errechnete Tropfenanzahl an die Mischung anpassen

Sieh dir die Verträglichkeit der einzelnen Öle an, die du dir ausgesucht hast (hautreizend, photosensibilisierend, nebenwirkungsreich, für Kinder geeignet, für Schwangere geeignet, etc.?).

Dann passe die Zusammensetzung deiner Mischung an.

Zum Beispiel wäre Thymian CT Thymol als Einzelöl in einer 3%igen Erkältungsmischung viel zu hochdosiert. Es ist bereits in niedrigen Dosierungen von 0,1 – 0,5% hochwirksam und kann dann noch mit anderen Ölen kombiniert werden, um schließlich eine 3%ige Mischung zu erhalten.

Am besten erkläre ich das mit einem Beispiel:

Ziel: Mischung gegen Erkältung mit Husten (Erkältungsöl)
Für wen: Erwachsene Frau (nicht schwanger)
Konzentration: 3%

3% = 30 Tropfen ÄÖ auf 50 ml Basisöl

  • 7 Tropfen Zitronenöl (immunstimulierend, fiebersenkend, desinfizierend, u.a.)
  • 10 Tropfen Eucalyptus radiata* (entzündungshemmend, schleimlösend, auswurffördernd, antibakteriell, antiviral, u.a.)
  • 8 Tropfen Lavendel fein (immunstimulierend, entzündungshemmend, beruhigend, antibakteriell, antiviral, entkrampfend, u.a.)
  • 5 Tropfen Thymian CT Thymol** (stark desinfizierend und antibakteriell, stärkend, u. a.)

*Eucalyptus radiata ist ein ausgezeichnetes Öl, wenn es um Erkältungen mit Verschleimungen geht. Der Hauptinhaltsstoff Eukalyptol (1,8-Cineol) wirkt stark schleimlösend.
Für Kleinkinder sind Eukalyptol-reiche Öle bei Erkältungen allerdings nicht geeignet, weil sie den so gelösten Schleim noch nicht ausreichend abhusten können.

**Thymian ist ein hervorragendes Öl bei Erkältungen. Allerdings ist es auch potentiell hautreizend und sollte nur in einer maximalen Konzentration von 0,5% (hier 5 Tr. auf 50 ml = 0,5%) auf der Haut verwendet werden. Aber auch in niedriger Dosierung ist es hochwirksam. Es sollte auch nicht für Schwangere verwendet werden, weil es uterus-tonisierend wirken kann. Eine geeignete Alternative wäre z. B. der sanfte Thymian CT Linalool.

Weiter Beispiele findest du hier: Erkältungsbalsame für Groß und Klein selbermachen (klick!).

4. VORRATSMISCHUNGEN HERSTELLEN


Für gelungene oder bewährte Mischungen kannst du auch Mischungen auf Vorrat herstellen.

Dazu stellst du eine Mischung nicht nur für eine einzelne Anwendung oder ein einzelnes Produkt her, sondern mischst gleich „auf Vorrat“ eine Menge von 5 – 10 ml.

In ein dunkles Glasfläschchen mit Tropfeinsatz füllen.

Beschriften nicht vergessen!

So hast du deine liebsten Mischungen bei Bedarf immer gleich bei der Hand.

5. ÄTHERISCHE ÖLE RICHTIG VERDÜNNEN


Ätherische Öle unterscheiden sich grundlegend von „fetten“ Ölen, wie z. B. Mandelöl oder Olivenöl, die aus Samen oder Früchten gepresst werden.

Sie werden aus aromatischen Pflanzen vorwiegend destilliert, bzw. werden Zitrusöle aus den Schalen von Zitrusfrüchten gepresst.

So liegen sie hochkonzentriert vor und müssen vor Gebrauch wieder auf eine „physiologische“ Konzentration zurückverdünnt werden.

Schon in einer Konzentration von 0,5 – 3% sind sie hochwirksam!

ätherische öle verdünnen

Bei „therapeutischen“ Anwendungen werden auch mal höhere Konzentrationen von bis zu 10% angewendet. Dies ist aber nur etwas für gut ausgebildete und erfahrene Therapeuten.

Für das Verdünnen von ätherischen Ölen werden verschiedene “Träger” verwendet. Das sind zum Beispiel „fette“ Pflanzenöle (Mandelöl, Sonnenblumenöl, etc.), Weingeist oder auch einfach Wodka, duftneutrale Lotionen, Cremen oder Gels.

ätherische öle verdünnen Alles was du über das richtige Verdünnen von ätherischen Ölen wissen musst, erkläre ich im Blogartikel: Ätherische Öle richtig und sicher verdünnen.

Dort findest du auch die praktische AROMA 1×1-Verdünnungstabelle (PDF), die du dir als Dankeschön für deine Newsletter-Anmeldung herunterladen kannst.

 

 

6. SICHERHEIT


Wusstest du, dass Bergamotteöl oder auch Limettenöl ab einer gewissen Konzentration „photosensibilisierend“ wirken kann und in Verbindung mit Sonnenstrahlen regelrechte Hautverbrennungen hervorrufen kann?

Wusstest du, dass ätherische Öle mit einem hohen Menthol- oder Eukalyptol-Gehalt (zum Beispiel Pfefferminz- oder Eukalyptusöl) bei Kleinkindern Atemprobleme verursachen können?

Wusstest du, dass manche ätherische Öle auch schon in relativ niedrigen Konzentrationen hautreizend wirken können? Dazu gehören z. B. Oregano, Thymian CT Thymol und Nelkenknospe. Sie sollten deshalb besonders vorsichtig (0,1 – 0,5%) dosiert werden.

Weisst du, welche ätherischen Öle du während der Schwangerschaft meiden solltest und wie du ätherische Öle für Kinder richtig verwendest?

Im Blogartikel “ÄÖ SICHERHEIT VON A – Z” erfährst du alles, was du wissen musst, um ätherische Öle sicher anzuwenden und Nebenwirkungen zu vermeiden!

7. QUALITÄT ÄTHERISCHER ÖLE


Achte beim Kauf deiner Öle auf beste Qualität! Echte ätherische Öle erkennst du zum Beispiel an der Bezeichnung „100% naturreines ätherisches Öl“.

Lass dich nicht von Benennungen wie „Aromaöl“, „Duftöl“ oder gar „Parfümöl“ in die Irre führen. Auch „naturidentische“ ätherische Öle sind keine echten ätherischen Öle aus der Natur, sondern werden aus naturidentischen Molekülen im Labor zusammengesetzt.

Alles über die Qualität von ätherischen Ölen und worauf du beim beim Kauf achten solltest, erkläre ich dir in diesem Artikel:

Wie du beste Qualität beim Kauf deiner ätherischen Öle erkennst

Im AROMA 1×1-Shop bekommst du übrigens ätherische Öle in bester Bio-Qualität von der Vorarlberger Firma feeling. Hier geht’s zum Shop (klick!).

Wenn du im feeling-Shop nicht fündig werden solltest, dann findest du auch viele Anbieter von qualitativ hochwertigen ätherischen Ölen und anderen Rohstoffen in den AROMA 1×1-Ressourcen (klick!)


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🌿 Was ätherische Öle sind, wie sie gewonnen werden und wie sie wirken.

🌿 Was Trägeröle und Hydrolate sind.

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Damit wünsche ich dir viel Freude und Erfolg beim Herstellen deiner eigenen Mischungen!

Dufte Gruesse, Margareta Ahrer

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3 Kommentare

  • Bettina

    Reply Reply 5. September 2018

    Vielen Dank für den tollen Artikel. Er bringt viel Klarheit.

  • Ruth

    Reply Reply 8. Dezember 2018

    Eine sehr schöne Seite, die auch bei uns in der Familie für Aufklörung (bei der Verwendung von ÄÖ bei Babies) beigetragen hat!
    Ich habe eine Frage:
    Wie verhält sich Ätherisches Öl in einem Duftamulett?
    Muss das auch verdünnt werden oder wende ich das Öl dann unverdünnt an?
    Ich freue mich auf eine Rückmeldung :-)

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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