NATÜRLICHER ZECKENSCHUTZ FÜR HUNDE: KOKOSÖL, HYDROLATE & ÄTHERISCHE ÖLE

Kokosöl gegen Zecken für Hunde

Jedes Jahr wieder – die Zeckensaison beginnt, und auch als Hundehalter stellt man sich die Frage: Zeckenschutz – ja oder nein? Chemisch oder natürlich?

Gerade im naturheilkundlichen Bereich gibt es viele Empfehlungen und Tipps. Wir schauen uns jetzt genauer an, was die Aromatherapie bei dem Thema zu bieten hat.

Zecken sind bei Hunden leider nicht ganz ohne. Sie können Erkrankungen übertragen (z. B. Borreliose, Anaplasmose oder Ehrlichiose) und, einmal in den Haushalt gebracht, natürlich auch an uns Menschen „weitergereicht“ werden.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit Aromatherapie Zecken beim Hund vorzubeugen.

Kokosöl gegen Zecken für Hunde

Da die Anwendung einer Mischung aber vor jedem Gassigang erfolgen sollte, ist die Frage, ob wir unsere vierbeinigen Freunde direkt mit ätherischen Ölen beduften müssen oder ob es da nicht noch andere Möglichkeiten gibt, die auch schon ausreichen.

Zudem müssen wir bedenken, dass die Hunde womöglich auch mal über die behandelten Stellen drüberlecken könnten und die Wirkstoffe damit auch innerlich aufnehmen.

Ganz wichtig ist, dass Sie Ihren Hund bei der Auswahl der ätherischen Öle oder Hydrolate mitmachen lassen.

Wie geht der „Duft-Test“?

  1. Sie geben einen Tropfen von dem ätherischen Öl oder einen Sprühstoß vom Hydrolat auf ein Papiertuch und legen es Ihrem Hund mit etwas Abstand hin (bitte nicht direkt an die Nase halten).
  2. Ihr Hund wird sich dem Tuch nähern und es untersuchen bzw. beschnuppern.
  3. Zeichen, dass Ihr Hund den Duft mag, können z. B. sein: Ablecken des Tuchs, sich darauf oder daneben legen, darin wälzen, sich übers Maul lecken.
  4. Zeichen, dass Ihr Hund den Duft nicht mag, sind meist sehr deutlich: er wird vor dem Papiertuch zurückweichen bzw. es komplett ignorieren, und er wird auch nicht zum Geruchsstoff zurückkehren.
  5. Bitte testen Sie jedes ätherische Öl oder Hydrolat einzeln.
  6. Wollen Sie mehrere ätherische Öle oder Hydrolate testen, so verteilen Sie das bitte auf mehrere Tage, damit es für den Hund nicht zu viel wird.

Kokosöl gegen Zecken für Hunde

Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie diesen „Duft-Test“ auch im Beisein eines Hundetrainers machen, der Ihnen dabei hilft, die Reaktionen Ihres Hundes einzuschätzen.

Aber nun zum praktischen Teil!

Bei der Anwendung von Aromatherapie an Hunden gehe ich persönlich in folgenden Schritten vor:

1. Plan A – Fette Pflanzenöle

Bei Zecken hat sich Kokosöl gut bewährt, und die Akzeptanz sowie Verträglichkeit beim Hund sind sehr gut. Zudem hat man es oft schon zu Hause.

Angewandt wird es, indem man eine kleine Menge (1 TL) in der Hand schmelzen lässt und dann in beiden Handflächen verreibt, um danach den Bauch sowie die Beine vom Hund vor dem Gassi abzustreifen.

Hier reicht auch wirklich ein leichtes Abstreifen des Fells – der Hund sollte danach nicht „panierfertig“ sein!

Kokosöl gegen Zecken für Hunde

2. Plan B – Hydrolate (Pflanzenwässer)

Reicht Kokosöl alleine nicht aus oder hat man einen langhaarigen Hund, muss man tiefer in die Trickkiste greifen – z. B. zu den Hydrolaten.

Von diesen haben sich für die Zeckenabwehr folgende als hilfreich erwiesen:

  • Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Atlaszeder (Cedrus atlantica)
  • Citronella (Cymbopogon nardus)
  • Rosengeranie (Pelargonium graveolens)

Der Vorteil bei Hydrolaten ist, dass sie oft in einer Sprayflasche sind und somit einfach aufgesprüht werden können – was vor allem bei langhaarigen Hunden ein großer Vorteil ist.

Für die Zeckenabwehr können Sie entweder ein einzelnes Hydrolat verwenden oder diese untereinander mischen, z. B. 1:1.

Bitte stellen Sie die Hydrolate vorher Ihrem Hund vor und schauen Sie, welche Düfte er mag oder womöglich überhaupt nicht gut findet.

Das Hydrolat sollte im Kühlschrank gelagert und innerhalb von 3 Monaten nach Anbruch aufgebraucht werden.

3. Plan C – Ätherische Öle

Reichen nun weder Kokosöl noch Hydrolat aus, kann man beides noch mit ätherischen Ölen ergänzen und somit wirkungsvoller machen.

Bei Hunden kommen diese ätherischen Öle zur Zeckenabwehr in Frage:

  • Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
  • Atlaszeder (Cedrus atlantica)
  • Citronella (Cymbopogon nardus)
  • Rosengeranie (Pelargonium graveolens)
  • Zitroneneukalyptus (Eucalyptus citriodora)
  • Patchouli (Pogostemon cablin)
  • Vetiver (Vetiveria zizanioides)

Die ätherischen Öle sollten immer in einem Trägeröl oder Hydrolat verdünnt und niemals pur auf die Hundehaut gegeben werden.

Für Hunde sind Verdünnungen von 0,5% bis 1,0% empfehlenswert.

Und so könnte eine Mischung aussehen:


Rezept „Zeckenschreck“


  • 100 g Kokosöl oder 100 ml Lavendel-Hydrolat
  • 5 Tropfen Rosengeranie
  • 5 Tropfen Zitroneneukalyptus
  • 5 Tropfen Atlaszeder
  • 5 Tropfen Patchouli

1% sind also auf 100 g oder 100 ml ca. 20 Tropfen ätherisches Öl. Sie können auch weniger verschiedene ätherische Öle nehmen. Die Öle werden in das (erwärmte und dadurch auch flüssige) Kokosöl gegeben und verrührt oder in das Hydrolat getropft.

Schauen Sie da ganz entspannt, welche Düfte Ihr Hund mag und welche nicht. Machen Sie die Mischung nur mit einem ätherischen Öl, so ist das auch in Ordnung – wichtig ist, dass die Hundenase es mag!

Vor dem Gassigehen mit der Mischung den Bauch und die Beine abstreifen bzw. einsprühen.

Bitte beachten Sie, dass die Hydrolatmischung über keinen Emulgator verfügt und das Öl oben auf dem Pflanzenwasser schwimmt. Also vor dem Aufsprühen kräftig schütteln!

Und zuletzt: Im Verlauf des Sommers nimmt die Zeckenpopulation kurzzeitig ab, bevor sie dann nach ein paar Wochen nochmal zunimmt. In dieser Zeit können Sie mit Ihrem Hund auch eine Zeckenschutz-Pause machen.

Die Rezepte und Vorschläge können übrigens auch bei Grasmilben helfen. Hier sollten dann nach dem Gassi noch Bauch und Beine mit einem feuchten Tuch abgewischt werden.

Buchempfehlungen

„Aromatherapie für Hunde“ von Kerstin Ruhsam, Oertel + Spörer Verlags-GmbH+Co. KG, 2014

„Help Your Dog Heal itself“ von Caroline Ingraham, Ingraham Trading Limited, 3. Auflage, 2018

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Für Frauchen und Herrchen gibt es übrigens auch sehr gute Öle und Mischungen gegen Zecken:

Natürlicher Zeckenschutz mit Kokosöl und ätherischen Ölen

Über die Autorin

Sabine Möbius Sabine Möbius ist Tierheilpraktikerin mit den Schwerpunkten Klassische Homöopathie und Aromatherapie.

Ihre Praxis liegt in Solingen, Deutschland.

www.tierische-heilkunde.de

 

3 Kommentare

  • Silvia

    Reply Reply 8. April 2019

    Ich freue mich immer wieder auf die Nachrichten von Aroma 1×1.

    Nun habe ich eine Frage als Katzenbesitzerin. Meine 2 Katerchen sind Freigänger, ich kann also nicht wie bei einem Hund vor dem Gassigehen eine Kokosölanwendung machen.

    Ätherische Öle sind ja auch bei Katzen etwas problematisch.
    Gibt es dennoch eine alternative Zeckenabwehr zur Chemiekeule?

    vielen herzlichen Dank für Tipps
    es grüßt die Silvia

    • Margareta Ahrer

      Reply Reply 8. April 2019

      Liebe Silvia,
      danke für diese gute Frage. Leider bin ich in der Tieraromatherapie keine Expertin. Den Artikel hat deshalb die Tierheilpraktikerin Sabine Möbius verfasst. Die ist aber gerade im Urlaub und ohne Internet (die Glückliche). Ich werde ihr die Frage weiterleiten und sie hat hoffentlich dann eine Antwort auf deine Frage. Denn du hast Recht, dass das bei den Katzen etwas schwieriger ist. LG, Margareta

    • Sabine Möbius

      Reply Reply 15. April 2019

      Liebe Frau Schreiber,

      zu Katzen ist leider noch nicht viel bekannt in Sachen Aromatherapie. Fakt ist aber, dass sie eine Glucoronidierungsschwäche haben. Das heißt, dass sie bestimmte Stoffe im Körper gar nicht oder nur sehr langsam abbauen können, da ihnen ein Enzym in der Leber fehlt.

      Deswegen gehen die Empfehlungen bei Katzen aktuell in die Richtung, ätherische Öle nur von erfahrenen Therapeuten und auch nur kurzzeitig einzusetzen und Hydrolate ebenso. Eben da wir nicht wissen, was es bei längerer Anwendung im Katzenkörper macht und eine mögliche Einlagerung auch zu Vergiftungen führen kann.

      Würde noch Kokosöl übrig bleiben. Hier ist aber das Problem, dass Katzen es auch oft nicht so toll finden, überhaupt mit irgendwas eingeschmiert zu werden.

      Somit bleibt leider oft nur die Möglichkeit, die Zecken abzusammeln, wenn die Katze wieder rein kommt.

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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